#1 FAZIT - Greifswald noch nicht vergleichbar mit einigen "Hot Spots", aber bis zu 50% trifft es auch hier von BauA_JK 06.07.2016 17:26

Die Greifswalder Verhältnisse sind noch keineswegs vergleichbar mit Verhältnissen in einigen anderen Städten, wo 95% der Normalverdiener die Miete in einem Neubau nicht mehr bezahlen können (z.B. Düsseldorf, Köln, Kiel). Aber die aktuelle Entwicklung in Greifswald zeigt, dass auch hier schon 50% von einem bezahlbaren Wohnen ausgegrenzt sind. Die Studenten-WG’s auf dem privaten Markt sind für diese Entwicklung ein ganz „guter“ Indikator, was uns als Mietpreisentwicklung in Greifswald bevorstehen kann. Es handelt sich dabei zumeist um Neubauten und kleinere Wohneinheiten.

Das Baugebiet Hafenstrasse ermöglicht somit die Entwicklung von ersten Lösungen im Neubau-Bereich, wie wir hier lokal gegensteuern könnten.

[zitiert aus: BezWohnen]

#2 RE: FAZIT - Greifswald noch nicht vergleichbar mit einigen "Hot Spots", aber bis zu 50% trifft es auch hier von Andreas Michel 21.08.2016 22:50

Wie ist der obige Text zu verstehen? Sind in Greifswald 50 % aller Mieter von bezahlbarem Wohnen allgemein oder von bezahlbarem Wohnen in Neubauten ausgeschlossen?

#3 RE: FAZIT - Greifswald noch nicht vergleichbar mit einigen "Hot Spots", aber bis zu 50% trifft es auch hier von BauA_JK 22.08.2016 14:33

So wie geschrieben: 50 % der Greifswalder Haushalte sind von einer bezahlbaren Miete in einem Neubau ausgeschlossen.

Unter 8,50 €/m² Wohnfläche kann z.B. WVG aktuell nicht mehr bauen. Die Einkommensverhältnisse der Greifswalder Haushalte sind derart, dass lediglich bei 50 % der Greifswalder Haushalte eine Kaltmiete von 8,20 €/m² die 30%-Marke des Einkommens nicht überschreitet (gerechnet bei einer Wohnfläche von 60 m²). Zieht man den Ansatz des Pestel-Instituts heran (5,85 €/m², 2 Personen, 60 m² Wohnfläche) würde es noch drastischer.

#4 RE: FAZIT - Greifswald noch nicht vergleichbar mit einigen "Hot Spots", aber bis zu 50% trifft es auch hier von Andreas Michel 22.08.2016 20:21

Die Kosten für den Quadratmeter Wohnraum haben sich in den letzten 10 Jahren ungefähr verdoppelt. Neben der allgemeinen Preisentwicklung haben vor allem die politisch gewollten Vorgaben zur Energieeffizenz die Kosten nach oben getrieben. Und diese Anforderungen steigen weiter. So hat gerade die letzte Änderung vom 1. Januar die Baupreise um weitere 10 Prozent steigen lassen. Wenn damals 4-6 Euro/qm Miete zur Finanzierung genügten, so werden es jetzt 8-12 € sein. Auf der anderen Seite profitiert der Mieter ja durch Einsparungen bei den Heizkosten.
Es liegt also auf der Hand, dass Neubaumieten die teuersten Mieten der Stadt sein müssen. Wenn ich jetzt lese, dass sich diese Mieten etwa die Hälfte aller Greifswalder leisten kann (ob sie es wollen, ist eine andere Frage), kann ich ehrlich gesagt nicht sehen, warum wir einen angespannten oder überteuerten Mietmarkt haben sollen. Ich verstehe nicht, warum es ein politisches Ziel sein soll, dass sich alle Greifswalder eine Neubauwohnung leisten können sollen.
Sie haben es bereits angemerkt, von den Zuständen in den westlichen Ballungsgebieten sind wir meilenweit entfernt. Damit das so bleibt, muss die Hansestadt ausreichend Flächen für den Neubau bereitstellen. Das hat sie in der Vergangenheit einfach nicht ausreichend gemacht. Den Rest regelt der Markt.

#5 RE: FAZIT - Greifswald noch nicht vergleichbar mit einigen "Hot Spots", aber bis zu 50% trifft es auch hier von BauA_JK 23.08.2016 01:16

Die großen Kostentreiber sind so treffend beschrieben. Das findet sich so auch in den verschiedensten Publikationen zu diesem Thema.
Ob die eingesparten Heizkosten tatsächlich die höheren Baukosten auch nur annähernd kompensieren, weiss ich nicht. Ich habe da noch nichts Brauchbares gefunden. Aus den Erfahrungen der energetischen Sanierungen im Altbestand scheint das leider nicht zu sein.
Fazit bleibt: Das Hauptwerkzeug muss sein, die Baukosten zu reduzieren.

Zitat
Wenn ich jetzt lese, dass sich diese Mieten etwa die Hälfte aller Greifswalder leisten kann (ob sie es wollen, ist eine andere Frage), kann ich ehrlich gesagt nicht sehen, warum wir einen angespannten oder überteuerten Mietmarkt haben sollen. Ich verstehe nicht, warum es ein politisches Ziel sein soll, dass sich alle Greifswalder eine Neubauwohnung leisten können sollen.


Häuser sollen 30 Jahre und einiges mehr zur entsprechenden Nutzung halten. Also muss man auch den Blick einige Zeit voraus schicken. Auch jetzt schon sieht man, dass laut Mietspiegel 2016 nur noch Wohnungen bis zum Baujahr 1990 günstig zu mieten sind. Die Leerstandsquote beträgt lediglich 2%. Bleibt also nur - Neubau. Sie sagten es, der Markt.

Aufgrund der Baukostenentwicklung reicht es nicht, nur mehr Flächen zur Verfügung zu stellen, sondern man sollte mit diversen Massnahmen eine Bezahlbarkeit nicht nur für 50% der Greifswalder Einwohner ermöglichen.
Welche Massnahmen denn tatsächlich und in welchem Umfang sinnvoll für Greifswald wären, dazu derartige Diskussionen.

Die aktuellen Mieten für Studentenwohnungen aus dem privaten Wohnungsmarkt zeigen, wo sonst der Weg hingeht.

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